Die gefährliche Sirene – Die Narzisstin und ihre „Weiblichkeit“

Die gefährliche Sirene - Die Narzisstin und ihre „Weiblichkeit“

Sirenen entstammen der griechischen Mythologie. Es handelt sich hierbei ursprünglich um Fabelwesen, die mit ihrem betörenden Gesang auf die Mannschaften von Schiffen einwirkten und sie dazu brachten, die Kontrolle über ihre Schiffe zu verlieren und zu sterben. Nun ist die narzisstische Frau kein Fabelwesen und der physische Tod nicht ihr Ziel, aber ihr „Gesang“, ihre Manipulationen und Attacken ziehen in ihren Bann, unterwandern den Verstand und lassen so manches Opfer an den Klippen des Lebens zerschellen.

Die meisten Narzissten sind männlich. So wird vor allem im anglo-amerikanischen Bereich davon ausgegangen, dass rund dreiviertel aller Narzissten Männer sind. Die Narzisstin wird seltener genauer betrachtet, sei es in der Literatur, in Artikeln oder bei Fachvorträgen. Kritiker mahnen, dass das Dreiviertel-Verhältnis nicht realistisch sei, da narzisstische Frauen oft falsch diagnostiziert werden würden und insbesondere männliche Opfer aufgrund ihrer geschlechtsspezifischen Sozialisation eher dazu neigen, zu schweigen und ihr Leid zu verheimlichen. Der Mann als Opfer ist eben immer noch ein Bild, was in den Augen der Mehrheitsgesellschaft schief an der Wand hängt.

Grundsätzlich verhält sich die Narzisstin nicht viel anders als ihr männlicher Missbrauchsgenosse. Allerdings gibt es doch einen Unterschied zwischen den meisten Narzisstinnen und den männlichen Narzissten – sie spielen oft ihr Frau-Sein aus und täuschen somit Opfer und ihre Umwelt.

Das gestaltwandlerische Opfer

Weibliche Narzissten neigen stärker dazu, das durchaus geschlechtsspezifische Merkmal der Verletzbarkeit zu mimen und somit die Rolle des Opfers einzunehmen. Ihre Attacken sind dadurch automatisch oft verdeckter als die der meisten männlichen Narzissten. Auf diese Weise sprechen sie mit Leichtigkeit den „Beschützerinstinkt“ ihres Opfers an. Im „Austausch“ gehen Narzisstinnen dann dazu über, jede Gestalt einzunehmen, die ihr Partner (oder ihre Partnerin) wünscht. (Weibliche Narzissten verfügen über eine ebenso große Analysefähigkeit wie der männliche Narzisst.). Sie passt sich an und wird ihre Gestalt verändern wie ein Chamäleon. Auch hierbei setzt sie auf die vermeintliche „Weiblichkeit“, die sie stets zur Schau trägt, die aber nichts anderes ist als ein verdeckender Mantel ihres eigentlich hochgradig manipulativen Wesens.

Sie setzt auf „Weiblichkeit“

Viele Narzisstinnen lassen ihre Opfer glauben, dass sie nur launisch seien, eine „hormonelle“ Imbalance haben. Das ist ja auch irgendwie typisch weiblich, oder? Die Narzisstin spielt auch hier den Ball der „Weiblichkeit“ und führt ihr Opfer in die Irre. Sie ändert ihre Meinung mehrmals am Tag, führt sich grotesk und bizarr auf, und wie alle Narzissten, männlich wie weiblich, gibt sie dir die Schuld an ihrem Unglück. Denn du bist schließlich der „Erretter“, der sie gefälligst zu umgarnen hat und ihr ein entsprechendes Leben zu bieten hat. Die Falle ergibt sich schnell aus der gesellschaftlichen Rollenfunktion, die uns allen, mehr oder weniger, anerzogen wurde. Der Mann muss beschützen und darf keine emotionale Regung zeigen, wenn das Leben den Bach runter geht. Noch immer befindet sich dieses Denken in den Köpfen vieler.

Und noch mehr „Weiblichkeit“

Narzisstinnen setzen auf klassisch rollenspezifische Attribute, wie ihren Körper, auf den sich viele Narzisstinnen exzessiv fokussieren. Nicht wenige Narzisstinnen leiden zudem an diversen Essstörungen. Weiterhin sind sie fixiert auf „typisch weibliche“ Aspekte wie das Zuhause, die Kindererziehung, ihre (Ehe-)Männer, oberflächliche Attraktivität… Generell tendieren nahezu alle Narzissten, ob männlich oder weiblich, zu klassischen sozialen Geschlechterrollen, in dessen „Rahmen“ sie sich bewegen. Hierbei kann die Rolle scheinbar gewechselt werden, indem die Narzisstin durchaus zwischen ihrem Opfer-Dasein und völlig übersteigertem Selbstbewusstsein wechselt, aber auch an dieser Stelle verlässt sie den „Rahmen“ in der Regel nicht.

Falsche Anschuldigungen

In diesem Punkt wandelt sich die Narzisstin schnell zur Expertin. So geht sie oft dazu über, die Polizei einzuschalten und hier falsche Anschuldigungen zu erheben. Sie würde gestalkt werden, sie sei geschlagen worden, sie sei vergewaltigt worden…keine Lüge ist ihr zu Schade, mit absoluter Skrupellosigkeit geht sie vor, um das zu bekommen, was sie will und stampft ihr Opfer in den Boden. Dabei sieht sie so harmlos aus, dass niemand auch nur auf die Idee käme, ihr nicht zu glauben. Für das Opfer haben diese falschen Anschuldigungen verheerende Auswirkungen.

Narzisstinnen haben somit doch stärker den gesellschaftlichen Bonuspunkt auf ihrer Seite. Leider! Denn sie missbrauchen somit auch das Verständnis und das Entgegenkommen der Gesellschaft für tatsächliche, meist weibliche Opfer von Vergewaltigungen oder häuslicher Gewalt. Narzisstinnen sind somit ein ebenso giftiger Stachel im Fleisch ihrer Opfer und der Gesellschaft wie ihre männlichen Missbrauchsgenossen.

Die Bandbreite der desaströsen Verhaltensweisen von Narzisstinnen ist groß. Sie können ihre Opfer in Beziehungen verstricken und später Geld von ihnen erpressen, Schwangerschaften vortäuschen oder dem Partner ungewollt unterschieben, Vergewaltigungen vortäuschen, Gerichte an der Nase herumführen, um das Sorgerecht für die Kinder zu erhalten, Gelder vom Kindsvater und der sozialen Gemeinschaft ergaunern und für sich verjubeln und so weiter, und so weiter, und so weiter. Die Liste ist lang. Natürlich gehen auch männliche Narzissten zu ebenso hinterhältigen, kriminellen Taktiken über, doch die Narzisstin missbraucht ihr Geschlecht und sämtliche geschlechtsspezifischen Attribute für ihre Zwecke und hat es dadurch in bestimmten Situationen im gesellschaftlichen Kontext durchaus leichter.

Abschließend möchte ich anmerken, dass die verdeckten Taktiken keineswegs nur eine Form bilden, die die Narzisstin ausführt. Männliche Narzissten können ebenso verdeckt vorgehen, wie Narzisstinnen es tun. Der narzisstische Tarnmantel ist bei männlichen Narzissten genauso beliebt, eben so wie das Opfer-Dasein. Daher verwende ich die Bezeichnung „weiblicher Narzissmus“ nicht synonym mit „verdeckter Narzissmus“. Darüber hinaus gilt, wie immer, der simple Umkehrschluss nicht: Eine Frau, die sich pflegt und auf ihren Körper und ihre Gesundheit achtet, ist mitnichten eine Narzisstin. Eine Frau, die an Essstörungen leidet, ebenso nicht. Auch ist ein Mann, der ein aufrichtiges Kompliment macht, mitnichten ein Narzisst, der gerade Love Bombing betreibt. Der Narzissmus und der emotionale Missbrauch müssen im Gesamtbild betrachtet werden, sind immer extrem, immer „over the top“.

Herzliche Grüße,

PS: Ich bin übrigens der Ansicht, dass du es wert bist, ein Leben nach deinen Wünschen zu führen.

Wenn du möchtest, dann hole dir kostenlos den 6-Schritte Fahrplan ins Empowerment & trage dich hier in meinen Newsletter ein. Du erhältst außerdem regelmäßig Blog-Updates & unterstützende Inspirationen.  

PS: Ich mag Spam genauso wenig wie du. Daher wirst du keinen Spam von mir bekommen.

Hat dir gefallen, was du gelesen hast? Dann teile es mit anderen! <3

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.